WestfalenClassics Festival 2026

WestfalenClassics Festival 2026
Abschlussmatinee - Souvenirs de voyage

Rüthen, Schloss Körtlinghausen

59602 Rüthen (Deutschland) - Karte
Online-Ticket
Beate Hartmann, Violine
Gernot Süßmuth, Violine
Erich Wolfgang Krüger, Viola
Eike Coetzee, Viola
Arthur Hornig, Violoncello
Jonathan Weigle, Violoncello

Als „langes, sentimentales Stück“ hat Johannes Brahms selbst sein 1860 komponiertes Streichsextett op. 18 bezeichnet. Dabei steht die Tonart B-Dur bei ihm zuallererst für Wärme und Geborgenheit, für Heiterkeit, aber auch für eine zarte melancholische Note. Und so birgt das Werk neben nachdenklichen Melodien durchaus auch Tänzerisches und Liedhaftes – Musik voll unterschiedlichster emotionaler Facetten, in der die sechs SpielerInnen sich die motivischen Bälle zuspielen.

Brahms war ein ausgesprochener Freund der dunklen Streicherfarben, so dass die Ergänzung der klassischen Streichquartett-Formation um je eine Bratsche und ein Cello seiner Vorliebe für den satten Ensembleklang entsprach. Dabei darf sich das erste Violoncello, vom zweiten in der Bassregion gestützt, vielfach auch melodisch entfalten, während die Mittelstimmen zur klanglich-harmonischen Verdichtung beitragen.

Dem in anspruchsvoller Sonatensatzform mit kontrastierenden Themen angelegten Kopfsatz folgt ein Andante mit sechs Variationen über ein ernstes, doch schlichtes Liedthema. Umso vielfältiger lässt sich die Melodie in der Folge weiterspinnen! Das nach Beethovens Vorbild eher wild und widerspenstig gestaltete Scherzo bringt das Ensemble in tänzerisch wirbelnde Schwingung. Brahms‘ Biograph Max Kalbeck meinte, in diesem Satz die „losen Geister des rheinischen Weins“ tanzen zu hören (Brahms hatte Teile des Werks in Bonn komponiert). Doch auch Csardas-Anklänge sind spürbar. Das Finale, dessen fast mozartisch unschuldiges Thema Brahms vielfältige Entwicklungen nehmen lässt, assoziierte Kalbeck mit einer Schiffsfahrt auf dem Rhein – definitiv bei herrlichstem Frühlingswetter und nur sanfter Strömung. Genuss und Vergnügen pur.

Tschaikowskys einziges Streichsextett entsprang seinen Erinnerungen an einen dreimonatigen Italienaufenthalt im Sommer 1890. Die dort vollendete dramatische Oper „Pique Dame“ klingt in dem reizvollen und emotional höchst vielschichtigen Werk ebenso nach wie herrlich entspannte Abende am Ufer des Arno.

Das Sextett hat Tschaikowsky erst nach seiner Rückkehr in die Heimat ausgearbeitet. Die elegische Melodie des Werkbeginns war ihm allerdings noch in Florenz, während der Arbeit an „Pique Dame“, eingefallen. Ein Stück weit spiegelt sie das Drama selbst und insbesondere den tragischen Tod des Helden Hermann, der dem sensiblen Komponisten auch persönlich naheging. Zurück in Sankt Petersburg setzte sich Tschaikowsky dann an die Komposition des großformatigen Kammermusikwerks, für das es eine zusätzliche Motivation gab: Dem St. Petersburger Kammermusikverein nämlich war der Komponist seit langem eine musikalische Würdigung schuldig, da dieser ihn zum Ehrenmitglied erkoren hatte. Vor diesem Hintergrund also wagte sich Tschaikowsky auf ein für ihn neues Terrain: ein Sextett – eine Besetzung also von besonderem Reiz durch erweiterte klangliche und satztechnische Möglichkeiten, aber dementsprechend auch eine besondere Herausforderung!

Für „Souvenir de Florence“ hat Tschaikowsky ein klassisches Formkonzept gewählt, das er jedoch mit unverwechselbaren Farben und Emotionen füllt. Dem Sonatensatz zu Beginn folgt ein langsamer Satz in dreiteiliger Liedform, dann ein Scherzo mit Trio und schließlich ein brillantes Rondo. Der Komponist schöpft dabei alle Kombinationsmöglichkeiten der Sextett-Besetzung aus, verbindet herrliche Melodien mit fesselnder Rhythmik und krönt das Finale sogar mit einer kunstvollen Doppelfuge, in der ein simples Volkslied virtuos auf die Spitze getrieben wird.

Einlass: 1 Stunde vor Beginn

Schüler bis 15 Jahre haben freien Eintritt und benötigen kein Ticket
Rollstuhlfahrer-Information
nicht barrierefrei
Veranstalter: Westfalenclassics Festival e.V.
Bild links: © Westfalenclassics Festival e.V. / Bild rechts: © furtseff - Fotolia
Preise
 
1
Freie Platzwahl
Normalpreis€ 30.00
Schüler, Studenten ab 16 Jahren€ 17.00
So., 20.09.2026 - 11.00 Uhr Tickets bestellen